Präparatetag am Vierwaldstättersee

Am 16.10.2019 durften wir die Präparate für die Kulturperiode 2020 vorbereiten. Dazu wurden wir von Robert Zwyssig vom Biohof Hobiel an den wunderschönen Vierwaldstättersee eingeladen. Es haben sich rund 30 Demeterbauern aus der Region eingefunden. Nach einigen spannenden Informationen über die Herstellung und den Einsatz von Präparaten, haben sich Kinder und Erwachsene eifrig an die Arbeit gemacht. Das Ziel dieser ritualisierten Arbeit ist, die Demeterkulturen im Frühjahr mit Nährstoffen, Bakterien, Pilzen und Energien aus dem Boden anreichern zu können. Dabei werden für die Feldspritzpräparate Hörner mit Rindermist und für Kompostpräparate Darmhäute mit Blüten ausgewählter Pflanzen befüllt.

Das Hornmistpräparat für den Frühling wird immer Mitte September bis Mitte Oktober vorbereitet und eingegraben. Der Mist wird durch Mikroorganismen bis Ostern humifiziert. Das Hornmistpräparat wird dann mit Wasser angereichert und im Frühjahr tröpfchenweise auf das Feld gesprüht. Damit werden das Wasserhaltevermögen, die Krümelbildung und eine gute Durchwurzelung des Bodens begünstigt.

Im Sommerhalbjahr wird ein ähnliches Präparat zubereitet, welchem zusätzlich Quarz hinzugefügt wird. Das Hornkieselpräparat fördert die Lichtaufnahme und dadurch die Fotosynthese sowie die Anreicherung von Nährstoffen. Dabei werden die Aromabildung, die Widerstandskraft gegen Krankheiten und die Haltbarkeit der behandelten Pflanzen gestärkt.

Kompostpräparate werden zur Organisation und Strukturierung während der Abbauprozesse im Kompost verwendet. Es gibt sechs verschiedene Heilpflanzen mit unterschiedlichen Eigenschaften, welche in die Blase eines Hirsches oder die Darmhaut einer Kuh gegeben werden. Durch das vergraben können die Präparate reifen und individuelle Bodeneigenschaften aufnehmen. Später werden die Präparate aus der tierischen Hülle genommen, aufbereitet und gelagert. Die Präparate im reifen Kompost haben einen positiven Einfluss auf die Stoffwechselfähigkeit der Pflanzen. Je nach Präparat werden verschiedene Nährstoffe gefördert oder gehemmt.


Bei gutem Gelingen der Präparate können diese drei bis vier Jahre gelagert werden. Nun hoffen wir, in den nächsten Monaten gut mit Präparaten versorgt zu sein.

Nicht nur die Pflanzen wollen wohl genährt werden. So wurden wir nach getaner Arbeit mit einem köstlichen Zvieribuffet und Kaffee verwöhnt.

Die strahlenden Gesichter von Irene und den Lernenden verraten die tolle Atmosphäre und die Freude an der Arbeit.




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